| Entscheidungskriterien: |
Um
die vorgegebene Trasse einhalten zu können war ein Krümmungsradius von
200 m Bedingung. Die bewegliche, um 2° abwinkelbare TIS-K
Rohrverbindung bekam daher besondere Bedeutung, denn sie erlaubt einen
Radius von 172 m.
Aufgrund
der mit ca. 40 m sehr kurzen Einzugbahn war es erforderlich, dass die
Rohre unmittelbar vor dem Einzug montiert werden konnten, und zwar ohne
die Zeittakten für den Wechsel der Zugstangen (Bohrgestänge) zu überschreiten
An
die Rohrverbindung bestand die Forderung eine mögliche Zugkraft von 1200
kN zu aufzunehmen. Die zulässige Zugkraft musste höher sein als
die des Bohrgerätes (1000 kN). |
| Erfahrungen: |
Pilotbohrung
Zunächst wurde mit einem Bohrmeißel von ca. 200 mm Durchmesser die
Pilotbohrung vorgetrieben. Der Antrieb erfolgte über einen Bohrmotor der
durch die mit 120 bar zugepumpte Bentonitsuspension angetrieben wurde.
Wegen der locker gelagerten Sandformation im Startbereich wurde
dieser verrohrt. Nachdem die Startgrube um 12 m tiefer lag als die
Zielgrube wurde das vorgepresste Stahlrohr DN 1000 mit einer speziellen
Schleuse verschlossen.
Durch die optimale Navigation des Bohrkopfes konnte dieser so gesteuert
werden, dass er nach 1100 m Bohrstrecke, vom geplanten Zielpunkt, um
lediglich 1m in der Vertikalen und 0,5 m in der Horizontalen abweichte. Die Pilotbohrung
wurde innerhalb von 4 Wochen vorgetrieben.
Aufweitung
der Pilotbohrung
Die Pilotbohrung wurde in 5 Arbeitsgängen auf einen Durchmesser von 900
mm aufgeweitet.
Einzug
der Rohrleitung
Die örtliche Bebauung ließ lediglich eine 6 m breite und 40 m lange
Startgrube zu. Die vorgegebene Einzugsgeschwindigkeit von 0,5 m/Minute
erforderte für den 1100 m langen Leitungstrang eine Vormontage. Die 6 m
langen duktilen Gussrohre DN 600 wurden im Herstellerwerk zu 18 m langen
Rohrsträngen montiert. Im Zielschacht wurden die Rohrstränge über Räumer
und Ziehkopf mit dem Bohrgestänge verbunden. Bei jedem dritten Gestängewechsel
der 6 m langen Bohrstangen wurde ein neuer Rohrstrang angekuppelt. Zuerst
wurde die Ballastleitung DN 300 montiert. Anschließend wurde der
Rohrstrang DN 600 mit Kettenzügen vorgezogen, so dass auch hier die
TIS-K-Verbindung montiert werden konnte. Über die Rohrverbindungen DN 600
wurden Gummimanschetten gezogen, die zusätzlich durch Gleitbleche geschützt
wurden.
Die Ballastleitung DN 300 wurde während dem Einziehvorgang mit Wasser gefüllt.
Der Effektive Auftrieb betrug nur noch 0,2 kN/m. Die Montagezeit pro 18m
Rohrstrang, die parallel mit dem Bohrgestängewechsel erfolgte, pendelte
sich auf 13 Minuten ein. Trotz des räumlich gewundenen Bohrkanals überschritt
die Zugkraft während des Einziehvorganges nie den Wert von 400 KN. Der
Einziehvorgang war nach 40 Stunden abgeschlossen.
Der
Ballastrohrstrang wurde nach dem Einzug wieder herausgezogen und
demontiert. Der Rohrstrang
DN 600 wurde mit einem Prüfdruck von 21 bar auf Dichtheit geprüft.. |