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Knoblauchsland
Spülbohr-Verfahren
1100m duktile Gussrohre DN 600 eingezogen

Wasserverband Knoblauchsland

 


Objekt-Kurzbeschreibung: Für die Bewässerung des Gemüseanbaugebietes „Knoblauchsland“ wurden Brunnen im Mündungsdreieck der Flüsse Rednitz u. Pegnitz erschlossen. Auf Grund der zahlreichen Hindernisse konnte auf zwei Strecken von ca. 170 m  und 1100 m die Zuleitung zum Bewässerungsgebiet, nur in geschlossener Bauweise wirtschaftlich eingebracht werden. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die 1100 m lange Leitung  durch den Stadtbereich von Fürth dar. Eine Spülbohrmaßnahme über diese lange Distanz wurde bisher noch nicht mit Gussrohren realisiert.

Technische Daten: Rohrleitung DN 600
-1100 m duktile Gussrohre DN 600 mit Zementmörtel-Umhüllung
nach DIN 30674-2 u. Zementmörtelauskleidung auf Basis Tonerde-Zement; längskraftschlüssige Rohrverbindung TIS-K

-Muffenschutz: Gummimanschette + Gleitblech


Ballastierung
Temporäre Ballastierungsleitung durch 1100 m duktile Gussrohre DN 300, mit längskraftschlüssiger Rohrverbindung TIS-K; Lagerung auf PE-Gleitkufen

Entscheidungskriterien: Um die vorgegebene Trasse einhalten zu können war ein Krümmungsradius von 200 m Bedingung. Die bewegliche,  um 2° abwinkelbare TIS-K Rohrverbindung bekam daher besondere Bedeutung, denn sie erlaubt einen Radius von 172 m.

Aufgrund der mit ca. 40 m sehr kurzen Einzugbahn war es erforderlich, dass die Rohre unmittelbar vor dem Einzug montiert werden konnten, und zwar ohne die Zeittakten für den Wechsel der Zugstangen (Bohrgestänge) zu überschreiten

An die Rohrverbindung bestand die Forderung eine mögliche Zugkraft von 1200 kN zu aufzunehmen. Die zulässige Zugkraft  musste höher sein als die des Bohrgerätes (1000 kN).


Erfahrungen: Pilotbohrung
Zunächst wurde mit einem Bohrmeißel von ca. 200 mm Durchmesser die Pilotbohrung vorgetrieben. Der Antrieb erfolgte über einen Bohrmotor der durch die mit 120 bar zugepumpte Bentonitsuspension angetrieben wurde. Wegen der locker gelagerten Sandformation im  Startbereich wurde dieser verrohrt. Nachdem die Startgrube um 12 m tiefer lag als die Zielgrube wurde das vorgepresste Stahlrohr DN 1000 mit einer speziellen Schleuse verschlossen.
Durch die optimale Navigation des Bohrkopfes konnte dieser so gesteuert werden, dass er nach 1100 m Bohrstrecke, vom geplanten Zielpunkt, um lediglich  1m in der Vertikalen und 0,5 m in der Horizontalen abweichte. Die Pilotbohrung wurde innerhalb von 4 Wochen vorgetrieben.

Aufweitung der Pilotbohrung
Die Pilotbohrung wurde in 5 Arbeitsgängen auf einen Durchmesser von 900 mm aufgeweitet.

Einzug der Rohrleitung
Die örtliche Bebauung ließ lediglich eine 6 m breite und 40 m lange Startgrube zu. Die vorgegebene Einzugsgeschwindigkeit von 0,5 m/Minute erforderte für den 1100 m langen Leitungstrang eine Vormontage. Die 6 m langen duktilen Gussrohre DN 600 wurden im Herstellerwerk zu 18 m langen Rohrsträngen montiert. Im Zielschacht wurden die Rohrstränge über Räumer und Ziehkopf mit dem Bohrgestänge verbunden.  Bei jedem dritten Gestängewechsel der 6 m langen Bohrstangen wurde ein neuer Rohrstrang angekuppelt. Zuerst wurde die Ballastleitung DN 300 montiert. Anschließend wurde der Rohrstrang DN 600 mit Kettenzügen vorgezogen, so dass auch hier die TIS-K-Verbindung montiert werden konnte. Über die Rohrverbindungen DN 600 wurden Gummimanschetten gezogen, die zusätzlich durch Gleitbleche geschützt wurden.
Die Ballastleitung DN 300 wurde während dem Einziehvorgang mit Wasser gefüllt. Der Effektive Auftrieb betrug nur noch 0,2 kN/m. Die Montagezeit pro 18m Rohrstrang, die parallel mit dem Bohrgestängewechsel erfolgte, pendelte sich auf 13 Minuten ein. Trotz des räumlich gewundenen Bohrkanals überschritt die Zugkraft während des Einziehvorganges nie den Wert von 400 KN. Der Einziehvorgang war nach 40 Stunden abgeschlossen.

Der Ballastrohrstrang wurde nach dem Einzug wieder herausgezogen und demontiert. Der Rohrstrang  DN 600 wurde mit einem Prüfdruck von 21 bar auf Dichtheit geprüft..     


Bauzeit: Frühjahr 2000